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Selbsthilfegruppen
im Kampf gegen den Gefäßverschluss
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Ärzte von sanofi-aventis
Selbsthilfegruppen
im Kampf gegen den Gefäßverschluss
Der Begriff "arterielle Verschlusskrankheit"
(AVK) fasst Gefäßverengungen und
-verschlüsse der Aorta und der Arterien
zusammen, die oft mit einer erhöhten
Thromboseneigung und hämorrheologischen
Veränderungen einhergehen.
Die Ursache liegt zu 95 % in einer Arteriosklerose.
Typisch sind auch die diabetische Angiopathie
oder entzündliche Gefäßerkrankungen.
Im engeren Sinne wird mit der AVK fast immer
die periphere arterielle Verschlusskrankheit,
die pAVK, bezeichnet, die in der Regel die
unteren Extremitäten betrifft.
Problematik
unterschätzt
"In ihrer Bedeutung", so der Geschäftsführer
des Bundesverbandes der AVK-Selbsthilfegruppen
Manfred Pfeiffer (Interview),
"werden die peripheren Verschlusskrankheiten
noch immer unterschätzt". Und das,
obwohl bundesweit etwa 2,5 Millionen Menschen
betroffen sind und jährlich mehr als
200.000 Fälle hinzukommen. Darüber
hinaus liegt die Dunkelziffer laut Pfeiffer
bei zirka 3 Millionen. Jeder Zwanzigste in
der Bevölkerung ist betroffen, über
60 jeder Zehnte. Mögliche Spätfolgen
des langsamen Gefäßverschlusses
sind Amputationen der Extremitäten sowie
Schlaganfall und Herzinfarkt, die Haupttodesursachen
in den Industrieländern.
Hoffnung
auf Entwarnung gibt es wenig. Zu den Risikofaktoren
der pAVK gehören neben der Veranlagung,
dem Alter und dem Geschlecht vor allem das
Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, falsche
Ernährung, erhöhtes Cholesterin,
Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress
und Alkoholkonsum. Die meisten der Risiken
werden durch den Lebensstil der westlichen
Zivilisation begünstigt und sind eng
miteinander verknüpft. So ist Übergewicht
fast immer mit Bluthochdruck, erhöhten
Cholesterinwerten oder gar Diabetes vergesellschaftet.
Mediziner rechnen dementsprechend auch in
den nächsten Jahren mit einer deutlichen
Zunahme der Problematik.
Beängstigend
scheint unter dieser Perspektive auch die
volkswirtschaftliche Dimension. Die pAVK verursachen
in Deutschland schon heute mehr als 35.000
Amputationen pro Jahr, unzählige gefäßchirurgische
Maßnahmen sowie ein hohes Maß
an Arbeitsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit.
Selbsthilfegruppen
bieten Behandlungsbasis
Der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg
gegen den Arterienverschluss liegt in der
konsequenten Bekämpfung der Risikofaktoren.
Und die kann letztendlich nur der Patient
selbst beeinflussen - vorausgesetzt, er ist
hinreichend informiert und motiviert. Die
meisten Betroffenen beklagen noch immer eine
unzureichende Aufklärung und Versorgung
von Seiten des Arztes.
Engagierte
Patienten, wie die heute amtierende erste
Vorsitzende des AVK-Bundesverbandes Inge Pferdehirt
(siehe Betroffene), haben aus ihrer Not eine
Tugend gemacht. 1994 rief sie in Wuppertal
die erste regionale Selbsthilfegruppe ins
Leben und bereits 1995 konstituierte sich
der Bundesverband. Unter seinem Dach agieren
heute bundesweit etwa acht regionale Hilfseinrichtungen.
Unterstützend zur ärztlichen Behandlung
erfahren Patienten dort alles über die
Hintergründe ihrer Erkrankung, wie sie
ein Fortschreiten des Arterienverschlusses
vermeiden, ihre schmerzfreie Gehstrecke verlängern
und Folgeschäden wie Amputationen vermeiden.
Hier geht es um Erfahrungsaustausch, um Aufklärung
und Schulung, um Tipps für den Alltag
und auch um psychischen Beistand. Zu den wichtigsten
Themen liegen zusätzlich gut verständliche
Broschüren bereit.
Schulung
für den Alltag
Gehtraining gehört zum Basisprogramm
der Gruppen. Viele wissenschaftliche Untersuchungen
haben gezeigt, dass gezielte Bewegung die
Basis für eine erfolgreiche Behandlung
ist. Es wurde nachgewiesen, dass sich dadurch
die schmerzfreie Gehstrecke wesentlich verlängert
und diese mit der Zeit noch weiter zunimmt.
Die praktische Anleitung in den Selbsthilfegruppen
ist eine elementare Ergänzung zur ärztlichen
Betreuung. "Nur leider", so Inge
Pferdehirt, "wird kaum ein Patient von
seinem Arzt auf unsere Einrichtungen aufmerksam
gemacht." Das Schulungsprogramm der Selbsthilfegruppen
vor Ort versucht das Eigenengagement der Patienten
zu wecken und sie praktisch im Alltag zu begleiten.
Dazu gehören neben dem Gefäßsport
mit gymnastischen Übungen und Gehtraining
auch die Ernährungsberatung, die Anleitung
zur Entspannung und zur richtigen Fußpflege
sowie die Raucherentwöhnung. Das Angebot
ist jeweils auf den Bedarf der Region zugeschnitten
und wird zu großen Teilen von Fachkräften
wie Ärzten oder Ernährungsberatern
geleitet. Viele Aktivitäten laufen auch
in Absprache mit Gesundheitstagen der Kommunen
oder zusammen mit Arztpraxen zum "Tag
der offenen Tür". Auf Wunsch halten
Beauftragte der Selbsthilfegruppen zum Beispiel
themenspezifische Vorträge für Patienten
in Arztpraxen. Termine und Angebote können
bei den regionalen Gruppen und bei der Bundesgeschäftsstelle
erfragt werden. Die Inanspruchnahme ist kostenlos,
setzt jedoch die Mitgliedschaft für 36
Euro pro Jahr voraus. Weitere Familienmitglieder
sind frei.
Der
AVK-Selbsthilfegruppen Bundesverband e. V.
Der AVK-Selbsthilfegruppen Bundesverband mit
Sitz in Neuss und der Bundesgeschäftsstelle
im rheinhessischen Sörgenloch/Mainz unterstützt
als autonomer Dachverband die Arbeit der regionalen
Selbsthilfegruppen. Er vertritt sie politisch
auf Bundes- und Landesebene sowie in den Kommunen,
und er hat Stimme und Sitz in gesundheitspolitischen
Arbeitskreisen in Bund und Land. Mit der ersten
Vorsitzenden Inge Pferdehirt und dem gesundheitspolitischen
Sprecher und Geschäftsführer Manfred
Pfeiffer steht der Verband im Gespräch
mit Politikern, Ärzten und Krankenkassen,
mit Institutionen, die für die Versorgung
von AVK-Patienten dienlich sind. Wie auch
die regionalen Gruppen versucht der Dachverband
die Aufklärung der Bevölkerung sowie
die Diagnostik und Therapie der pAVK zu verbessern.
Die Arbeit verläuft partnerschaftlich
mit der Deutschen Gefäßliga und
der Deutschen Angiologischen Gesellschaft.
Seit
1998 verfügt der Bundesverband der AVK-Selbsthilfegruppe
zudem über ein "Arteriomobil",
das vor Ort eine bessere Aufklärung und
Versorgung erreichen soll.
Die
Bundesgeschäftsstelle übernimmt
auch den größten Teil des Informationsservice
für Patienten: Sie beantwortet Anfragen
zu arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen
und zu Diabetes, versendet Aufklärungsbroschüren
und AVK-Patientenpässe mit Übungsanleitungen
und Tabellen zur Beobachtung der eigenen klinischen
Werte. Interessierte erhalten hier auch Hilfestellungen
zur Gründung regionaler Selbsthilfegruppen
oder Adressen von Angiologen, Internisten
mit Therapieausrichtung pAVK, Phlebologen
und Kliniken. Auf Wunsch stellt der Bundesverband
sogar den Kontakt her.
Wer
sich für eine lokale Selbsthilfegruppe
interessiert, Kontakt aufnehmen möchte
oder weitere Fragen hat, wendet sich an die
Bundesgeschäftsstelle.
Selbsthilfegruppen
für Patienten

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