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Women's Health Coalition: Initiative für eine geschlechtsspezifische Medizin

 

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Women's Health Coalition: Initiative für eine geschlechtsspezifische Medizin


Women's Health Coalition: Initiative für eine geschlechtsspezifische Medizin
Der Unmut über den lange ignorierten Missstand in der Medizin kam bei einem Wohnzimmergespräch: Frauen sind anders krank als Männer. Kranke Frauen werden in der Familie und im Beruf oft unterversorgt und finden mit ihren Besonderheiten in der Medizin und in den medizinischen Studien kaum Beachtung.

Besonders auffallend ist dies beim Herzinfarkt. Frauen erkranken im Durchschnitt etwas später als Männer und die Symptome sind zum Teil unterschiedlich. Das Krankheitsbild wird daher häufig übersehen und die Patientinnen werden der intensivmedizinischen Versorgung des Krankenhauses verspätet zugeführt. Resultat: Die Sterberate ist für Frauen höher. Darüber hinaus werden Frauen gehäuft mit Psychopharmaka behandelt und es besteht trotz aller Fortschritte noch großer Handlungsbedarf bei der Qualitätssicherung und Früherkennung und den damit verbundenen Frühtherapien für Frauen. Zu denken ist hier insbesondere an Brustkrebs und an Osteoporose.

Es waren die Ärztin Frau Dr. med. Jutta Semler und Frau Naß-Griegoleit, die heutige Präsidentin der WHC, die das Thema im Frühjahr 1997 erstmals ansprachen. Nur wenige Wochen später, am 13. Juli 1997, initiierten die beiden Frauen in Worpswede bei Bremen die "Women's Health Coalition e. V." (WHC). Ihr Ziel: Engagement für eine bessere "geschlechtsspezifische Medizin". Beteiligt war eine multidisziplinäre Gruppe von Frauen aus verschiedenen Berufsbereichen, darunter Medizin, Gesundheitswesen, Forschung, Journalismus, Politik und Wirtschaft. Frau Dr. Semler ist nach mehrjähriger Präsidentschaft heute Vizepräsidentin der Organisation.

Einer der ersten wichtigen Schritte war der erste Kongress "FrauenGesundheit – heute teuer, morgen unbezahlbar?" im alten Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn im Mai 1998 unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth. Weitere Meilensteine (www.w-h-c.de, Rubrik "Wir über uns" – "Meilensteine") sollten folgen. Darunter mehrere Kongresse, Workshops, Stellungnahmen für Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Projektarbeiten, wie die "Brustgesundheit Hessen", Konsensuspapiere zur Hormontherapie und diverse Projekte in der Öffentlichkeitsarbeit.

Der vierteljährlich erscheinende WHC-Newsletter muss sich hinter dieser Palette hochkarätiger Arbeiten nicht verstecken: Die Oktoberausgabe aus dem Jahr 2000 etwa wurde mit dem Standesorgan der Gynäkologen Deutschlands "Frauenarzt" an rund 13.000 Ärzte verteilt. Das offizielle Organ der WHC erscheint im Din A4-Format und umfasst je etwa acht Seiten zu einem medizinischen Schwerpunktthema.

Frauengesundheit zum Thema machen

Thematisch liegt der Fokus der WHC-Arbeit heute auf der Brustkrebsfrüherkennung und auf den jeweils geschlechtsspezifischen Problematiken von Demenz, Depressionen, Diabetes, Essstörungen, Herzkreislauferkrankungen, Rheuma und Osteoporose. Außerdem sind psychosoziale Aspekte und altersspezifische Gesundheitsprobleme beim weiblichen Geschlecht Thema der Gesundheitsorganisation. Die Arbeit erfolgt auf mehreren Ebenen. So setzt sich die WHC grundlegend für eine geschlechtsspezifische Forschung, Aus- und Weiterbildung und Versorgung ein. Sie macht aber auch die Öffentlichkeit auf frauenspezifische Gesundheitsaspekte aufmerksam und versucht die entsprechenden Interessen in die Entscheidungsprozesse von Politik und Gesellschaft einzubringen.

Die Women's Health Coalition ist eine "Nonprofit Advocacy". Die Finanzierung basiert im Wesentlichen auf Mitgliedsbeiträgen, auf der Unterstützung durch das Gesundheitsministerium und auf Beiträgen unterschiedlicher Pharmaunternehmen im Rahmen von einzelnen Projekten. Eine umfassende Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Gesundheitspolitik ermöglicht effektives Arbeiten. Mit stabilen, regionalen Netzen sollen die Frauen als Betroffene vor Ort unterstützt werden. Hier stehen zur Zeit vor allem Niederlassungen der entsprechenden Kooperationspartner zur Verfügung.

In Abgrenzung zu bestehenden Gruppierungen legt die WHC großen Wert auf Unabhängigkeit und Dogmenfreiheit. Frauengesundheit soll als Thema gesellschaftlich selbstverständlich werden.

Kontakt

Anfragen zur WHC können per E-Mail gestellt werden an: whc_nassde@yahoo.de.

Die neu überarbeitete Homepage der WHC ist unter www.w-h-c.de zu finden. Hier präsentiert sie ihre Arbeit, bietet die Möglichkeit der Kontaktaufnahme und stellt themenbezogen interessante Links zu anderen Organisationen und Selbsthilfegruppen zur Verfügung. Anfragen per Post sollten an die Präsidentin gestellt werden:

Women's Health Coalition e. V. (WHC)
Irmgard Naß-Griegoleit
Heidelberger Landstraße 22
64297 Darmstadt
Telefon (06151) 601411
Fax (06151) 953339
mobil (0172) 6118343.


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